Behandlungsspektrum
Über das Spektrum von Erkrankungen, die im Kompetenzzentrum
diagnostiziert und behandelt werden sollen
Primär traumatologische und originär orthopädische
Fragestellungen sollten nicht Gegenstand des Diagnostik- und
Behandlungsspektrums des Zentrums sein, sondern ausschließlich
interdisziplinäre Entitäten.
Dazu gehören:
- angeborene oder frühkindliche erworbene Erkrankungen
des Knochens (z.B. das breite Spektrum kongenitaler
Hyperostosen)
- Osteonekrosen (monossär, oligotop,
systemisch). Eingeschlossen ist das gesamte Ursachenspektrum:
idiopathisch z.B. bei der avaskulären Hüftkopfnekrose,
traumatisch, Induktion durch Steroide und Zytostatika,
Fettstoffwechselstörungen, Pankreatitis etc., etc. Evaluierung
dieser Faktoren und die Prophylaxe von Osteonekrosen sind unsere
wesentlichen Aufgaben.
- Reflex- (Algo-)dystrophien(z.B.
transitorisches Ödem und transitorische Osteoporosen der Hüfte,
des Knies, des oberen Sprunggelenkes, der Hände etc.)
- Stressinduzierte Veränderungen am
Bewegungsapparat. Hierzu gehören durch Sport oder andere
Belastungsmomente induzierte Veränderungen im fibroossären
Übergang (Fibroostitis, Tenosynovitis, Bursitis), am Knochen
selbst (Stressfrakturen im engeren Sinne und
Insuffizienzfrakturen) sowie die diversen stressbedingten
Veränderungen im Knochenmarksraum.
-
Osteopathien. Ein besonderes Augenmerk gilt
dabei der
- Osteoporose, Diagnostik,
Differentialdiagnose, Prophylaxe und Therapie. Bei
Wirbelkörperbrüchen wird als modernes interventionelles
Verfahren die Vertebroplastie angeboten, die in der Klinik
für Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin routinemäßig
angewandt wird.
- Osteomalazie. Diese Erkrankung nimmt
unter alten Menschen erschreckend zu mit allen sich daraus
ergebenen Konsequenzen. Folgeveränderungen wie die
verschiedenen Insuffizienzfrakturen bereiten zum Teil
erhebliche differentialdiagnostische Schwierigkeiten, denn
sie können Tumoren vortäuschen. Auch der onkogenen
Osteomalazie wird bei uns Beachtung geschenkt.
- Primärer und sekundärer
Hyperparathyreoidismus. Der primäre
Hyperparathyreoidismus wird in seiner initialen und/oder
subklinischen Phase häufig verkannt, denn er kann die Ursache
vieler Erkrankungen und ihrer Symptome sein: z.B.
Herzrhythmusstörungen und coronare Herzerkrankung,
Nierensteine, rezidivierende Pankreatitis, psychische
Alterationen etc. Der sekundäre Hyperparathyreoidismus,
insbesondere bei terminal niereninsuffizienten und
Dialysepatienten ist keine seltene Erscheinung
- Toxische Schäden am Knochen
(z.B. Steroide Chemotherapeutika, Fluoride,
Vitamin-A-Säure-Derivate, etc[siehe auch unter
Osteonekrose]).
-
Entzündliche Knochenerkrankungen
- Diagnostik und Differentialdiagnostik der akuten
hämatogenen Osteomyelitis, insbesondere in der
Abgrenzung gegenüber Knochengeschwülsten
- seltene Ätiologien, insbesondere bei
Immigranten oder Aids-assoziierte Osteomyelitiden und
Spondylitiden.
- Das breite Spektrum chronisch-entzündlicher
Veränderungen des Knochens, z.B. plasmazelluläre
Osteomyelitis, Brodie-Abszeß, chronisch-multifokale
Osteomyelitis
- Ostitis deformans Paget. Diese
Erkrankung kommt im norddeutschen Raum in etwa 5 – 6% aller
Menschen über 50 Jahre und in etwa 10% aller Menschen über 70
Jahre vor. Die Diagnostik ist manchmal schwierig, genauso wie
therapeutische Entscheidungen.
- Knochengeschwülste und geschwulstähnliche Läsionen
des Skeletts. Traditionell verfügt der radiologische
Partner des Zentrums über sehr große Erfahrungen auf diesem
Gebiete, die sich unter anderem in zahlreichen Monographien,
gemeinsam mit dem Pathologen Prof.Ostertag aus Hannover,
niedergeschlagen haben und Standardwerke sind. Die Biopsietechnik
zur Diagnosesicherung und die korrekte histologische Beurteilung
der Biopsien (Prof.Ostertag, Hannover) sind in Bremen/Hannover
besonders ausgereift. Das gilt auch für die verschiedensten
interventionellen Maßnahmen, wie z.B. die Enukleation von
Osteoidosteomen, die Sklerosierung von Hämangiomen, die
Augmentationsplastik von großen destruierenden Prozessen mit
Pallacos.
- Gefäßmalformationen im und am Knochen
einschl. extra-und intraossäre venöse Fehldrainagen.
- Gelenkserkrankungen, insbesondere die
Diagnostik, Differentialdiagnostik und Therapie seronegativer
Spondarthritiden. Die wohl größte Sammlung von Fällen mit einer
pustulösen Arthroosteitis (aus als SAPHO-Syndrom bezeichnet)
besteht in der Radiologie des Klinikums Bremen-Mitte. Dabei sind
es besonders die pseudotumorösen Veränderungen, die die meisten
diagnostischen, aber auch therapeutischen Schwierigkeiten
bereiten. Zum Spektrum gehören auch die Gelenkgeschwülste und
geschwulstähnlichen Läsionen, wie z.B. die villonoduläre
Synovitis.
- SKIBO-diseases (SKIn BOne). Dabei handelt es
sich um Erkrankungen, bei denen sich durch ihre interdisziplinäre
Symptomatik (Dermatologie, Orthopädie, Radiologie) häufig extreme
differentialdiagnostische und differentialtherapeutische
Schwierigkeiten ergeben und die nur interdisziplinär gelöst
werden können.